Die Frage, welchen Nutzen Meditation für unseren Alltag hat, treibt mich schon eine gute Weile um. Im Zuge dessen interessiert mich, wie uns meditative Praxis bei Entscheidungen unterstützen kann.

Neulich bei theDive hat uns Lene Handberg vom Tarab Institut in eine Meditation eingeführt, die sich dem Entscheiden widmet und mich so begeistert hat, dass ich sie hier kurz skizzieren möchte.

So wie die mir bekannte und regelmäßig praktizierte Dyadenmeditation bezieht auch sie einen Zeugen als Gegenüber ein und erfolgt daher zu zweit, allerdings findet sie in Stille bzw. unter Anleitung statt. Lene lädt uns ein, uns jeweils einem Partner gegenüber zu setzen und, nachdem wir kurz Blickkontakt aufgebaut haben, den Blick leicht zu senken. Meine Zeugin tut das Gleiche und durchläuft zeitgleich mir mir dieselbe Meditation. Zunächst bleiben wir mit unserer Aufmerksamkeit bei uns selbst. Lene bittet uns, in unserem Körper einen Wohlfühlort zu erspüren, von dem aus wir uns mit einer bevorstehenden Entscheidung verbinden. Ich denke an meiner berufliche Neuorientierung und den damit verbundenen Bewerbungsprozess, dabei fühle ich mich zwar gelassen, jedoch auch etwas eng und unflexibel. Dann lädt uns Lene ein, unser Gegenüber in unsere Meditation mit einzubeziehen, indem wir unsere Wahrnehmung von uns selbst auf ihn ausweiten und uns seiner Präsenz bewusst werden. Was dann passiert, überrascht mich. Ich bemerke, wie sich die in mir anwachsende Gelassenheit zu einem Gefühl der Dankbarkeit für meine Zeugin ausdehnt. Durch ihre bloße stille Präsenz fühle ich mich unterstützt, die Enge, die ich im Bezug auf meine Entscheidung zuvor empfunden habe, weicht einer Weite, in der gedankliche Bewegung möglich ist.

Lenes Meditation hat mir im Bezug auf meine Entscheidung mehr Möglichkeiten aufgezeigt. Fixierung, Druck und Begrenzung lösen sich, Akzeptanz für mein Empfinden und Vertrauen in meine Entscheidungsfähigkeit kommen zum Vorschein. Der Weg vom Entweder-oder zum Sowohl-als-auch führt mich über Dankbarkeit und Wohlwollen hin zu dem Gefühl, in meiner Entscheidung unterstützt und bestärkt zu werden.

Als ich Lene und den anderen Teilnehmern im Anschluss von meiner Erfahrung berichte, lacht Lene laut auf: “Und das ist erst der Anfang. Du kannst auf diese Weite die ganze Menschheit hinter Dich bringen!”

Don’t be surprised at how quickly the universe will move with you once you have decided.

Nun erschließt sich mir der Titel des Abends auf einer tieferen Ebene: “Führung: Aus dem Innen Verantwortung übernehmen” Weiter heißt es in der Event-Beschreibung: “Wie wir Entscheidungen treffen, gründet sich auf unsere inneren Zustände.” Und dieses inneren Zustände lassen sich durch Meditation wunderbar modulieren und befähigen uns dazu, Verantwortung für unsere Entscheidungen zu tragen. Unsere Intuition dient uns dabei als Kompass. Wenn wir in unserer Entscheidungsfindung verlässliche innere Maßstäbe entwickeln, können wir auch innere Stimmigkeit herstellen.

Danke Lene Handberg vom Tarab Institut, Klemens Höppner und dem Gastgeber TheDive für diese erhellenden Übung!